Hannover wählt – Jetzt bist du dran

Vier Jahre ist es her, dass wir im Journal erstmals über eine Gruppe junger Menschen in Hannover berichteten, die einen großen Traum verfolgten: Ein eigenes Jugendparlament für die Landeshauptstadt. Damals war die Idee noch frisch, die Initiativgruppe gerade erst dabei, erste Strukturen zu erarbeiten. Heute, im Sommer 2026, steht fest – es hat geklappt. Das erste Jugendparlament in Hannover wird gegründet. Und du kannst dabei sein.

Vom Traum zur Realität: Vier Jahre harte Arbeit

Was 2022 als kleine Gruppe junger Menschen im Haus der Jugend Hannover begann, entwickelte sich zu einem der größten Jugendbeteiligungsprojekte in der Geschichte der Landeshauptstadt. Die Initiativgruppe, bestehend aus jungen Menschen zwischen 12 und 22 Jahren, kämpfte jahrelang dafür, gehört zu werden.

Am 7. Mai 2026 feierte die Initiativgruppe ihren Abschlussabend. Ein Abend, der das Ende dieser langen Aufbauphase markierte – und gleichzeitig den Beginn von etwas Größerem.

Frau Blasberg-Bense, Dezernentin für Jugend, Familie und Sport der Landeshauptstadt Hannover, spricht bei der Abschlussfeier der Initiativgruppe. Ihr Engagement zeigt: Die Stadt zieht mit. Foto: Lucas Cordes

Was ist das Jugendparlament – und warum braucht Hannover es?

Das Jugendparlament Hannover ist die demokratische Selbstvertretung junger Menschen in der Landeshauptstadt. 25 gewählte Mitglieder zwischen 13 und 19 Jahren vertreten künftig die Interessen von Kindern und Jugendlichen auf politischer Ebene und haben dabei eigene Partizipationsrechte. Konkret bedeutet das: Antrags- und Rederecht in den Ausschüssen des Rates der Stadt Hannover. Das ist kein symbolisches Gremium. Wer im Jugendparlament sitzt, bringt Anträge ein, die – wenn sie vom Stadtrat angenommen werden – tatsächlich Wirkung entfalten können. Dabei geht es vor allem um Themen, die junge Menschen betreffen. Von Schulen und öffentlichen Räumen über Mobilität und Klimaschutz bis zu Freizeitangeboten ist alles möglich.

Doch warum braucht Hannover das überhaupt? Die Antwort ist einfacher als man denkt. Viele Jugendliche sind noch nicht wahlberechtigt – und trotzdem sind sie es, die täglich mit den Folgen politischer Entscheidungen leben: mit dem Zustand ihrer Schule, mit Buslinien, die nicht fahren, mit Freizeitangeboten, die fehlen. Das Jugendparlament schließt genau diese demokratische Lücke. Es gibt jungen Menschen eine institutionalisierte Stimme dort, wo Entscheidungen getroffen werden.

Hannover trägt dabei eine besondere Verantwortung. Als Landeshauptstadt ist sie das politische Zentrum Niedersachsens. Was hier entschieden wird, hat Gewicht – und was hier als Vorbild funktioniert, strahlt auf andere Kommunen im Land aus. Ein starkes, aktives Jugendparlament in Hannover sendet ein klares Signal: Jugendbeteiligung ist kein nettes Extra, sondern ein fester Bestandteil demokratischer Stadtpolitik.

Und der gesellschaftliche Mehrwert reicht noch weiter. Wer früh lernt, wie Demokratie von innen funktioniert, bleibt ihr häufiger auch langfristig verbunden. Ein Jugendparlament ist damit nicht nur gut für die jungen Menschen, die darin sitzen – es ist eine Investition in die politische Kultur der ganzen Stadt.

Du kannst kandidieren – so geht’s

Wer zwischen 13 und 19 Jahren alt ist und am Wahltag, dem 21. September 2026, in Hannover wohnt, dort zur Schule geht, eine Ausbildung macht, studiert oder einen Freiwilligendienst leistet, kann kandidieren. Das Bewerbungsformular ist auf der Website der Landeshauptstadt Hannover verfügbar, muss digital ausgefüllt, handschriftlich unterschrieben und als PDF eingereicht werden – per E-Mail oder auf dem Postweg an:

Jugendparlament der Landeshauptstadt Hannover
Joachimstraße 8, 30159 Hannover
jupawahl@hannover-stadt.de

Wichtig: Bewerbungen müssen bis spätestens zum 6. August 2026 eingegangen sein. Bei Kandidierenden unter 18 Jahren ist zusätzlich die Unterschrift der Eltern bzw. Personensorgeberechtigten erforderlich.

Beim Abschlussabend. Foto: Lucas Cordes

Wählen – auch wenn du nicht kandidierst

Nicht kandidieren, aber trotzdem mitentscheiden? Das geht. Wahlberechtigt sind alle Einwohner*innen Hannovers im Alter von 12 bis 20 Jahren. Die Wahl findet vollständig online statt. Alle Wahlberechtigten erhalten eine Wahlbenachrichtigung per Post mit einem personalisierten Zugang zur Abstimmungsplattform.

Der Wahlzeitraum: 21. September bis 26. September 2026. Wer seine Wahlbenachrichtigung verliert, kann sich während des Wahlzeitraums direkt an das zentrale Wahllokal in der Joachimstraße 8 wenden oder Lena Frey unter jupawahl@hannover-stadt.de kontaktieren.

Neben der Online-Wahl wird es auch die Möglichkeit geben, in verschiedenen Einrichtungen der Stadt vor Ort zu wählen.

Deine Stadt, deine Stimme

Das erste Jugendparlament Hannovers kommt. Die Frage ist nur: Wer sitzt drin? Welche Themen werden vertreten? Wessen Stimme wird gehört?

Vor vier Jahren haben wir als Junge Presse Niedersachsen darüber berichtet, dass junge Menschen in Hannover mehr Mitsprache fordern. Heute ist diese Forderung Realität geworden – durch viel Einsatz, viele Diskussionen und den langen Atem einer Gruppe, die nie aufgehört hat zu glauben, dass es möglich ist.

Jetzt liegt der nächste Schritt bei dir.

Alle Infos zur Kandidatur und zur Wahl:
hannover.de/Jugendparlament
jugendparlament-hannover.de

Quellen: Landeshauptstadt Hannover, jugendparlament-hannover.de

Lucas Cordes

Lucas Cordes ist 21 Jahre alt, Hobbyfotograf aus Hannover und macht eine Ausbildung bei einem großen TV Dienstleister. Hauptsächlich schreibt er über regionale Themen in und rund um Hannover herum.

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