Junge Presse Journal

Glünderstraße mit Grill und Gemeinschaft

Straßenfest in Hannover sorgt für gute Stimmung

Dosengeklapper, Kinderlachen und der Geruch nach Sonnencreme. Am linken Straßenrand qualmt der Grill, auf dem Bratwürste und 30 Zentimeter lange Fleischspieße liegen. Gegenüber ist ein Pavillon aufgebaut, unter dem einige Kinder durch ein paar Pinselstriche im Gesicht zu Feen und Tigern verwandelt werden.

In der vermutlich „Schönsten Straße Hannovers“ wimmelt es beim „Glünderfest“ von Menschen. Senior*innen, Studierende und vor allem Familien mit kleinen Kindern kommen auf der Straße zusammen und kommen ins Gespräch. Das „Glünderfest“ ist ein Straßenfest, das es bereits in den 90er Jahren gegeben hätte, berichtet uns eine Anwohnerin. Die Glünderstraße sei vor allem für ihre schönen Häuser in Hannover sehr bekannt.

Die Glünderstraße – eine der schönsten Straßen Hannovers (Foto: Katharina Gläser)

Verschiedene Menschen, verschiedene Aktionen

Unter einem Pavillon klirren Biergläser beim Anstoßen aneinander, auf einer anderen Sitzbank reichen sich die Nachbar*innen reihum ein Erfrischungsspray und sprühen es in ihre Gesichter. An eine Stange des Pavillons befestigt ein Anwohner mit einem Faden in dieser Zeit eine Gießkanne, die bis zum Rand mit Wasser gefüllt ist. So hält der Pavillon der ab und zu aufkommenden Brise an diesem heißen Sommertag stand und bietet einige wenige Schattenplätze. Ein Hundewelpe geht an der Gießkanne vorbei und versucht, mit seiner Zunge das frische Wasser zu erreichen, doch sie ist zu kurz und er folgt seinen Besitzer*innen die Straße weiter entlang. Im nächsten Moment sieht ein Kind die Gießkanne und streckt seine Hand danach aus. Bevor es die Kanne jedoch auskippen kann, wird es von einem Elternteil weiter in Richtung Hüpfburg gezogen.

Die Hüpfburg als Highlight für die Kinder (Foto: Katharina Gläser)

Dort tummeln sich viele Kinder mit hochroten Gesichtern und Sonnenhüten auf ihren Köpfen. Die Hüpfburg sieht wie ein Rettungswagen aus. Ein paar Meter weiter zielen Jugendliche mit Tennisbällen auf silberne Blechdosen. Wenn sie selbst es schaffen, die Dosen zu treffen, erklingt neben dem Dosengeklapper ein lautes „Jaaa!“. Schafft es allerdings die leichte Brise vorher die Pyramide umzuwerfen, dringt ein „Oh neeein!“ durch die Menge, ein Lächeln stielt sich trotzdem auf manche Gesichter.

Eindrücke an jeder Ecke

Die gute Laune der Besucher*innen ist an jeder Ecke der Straße zu spüren. Alle scheinen sehr glücklich über die Wiederbelebung des „Glünderfests“ zu sein, die Organisator Lasse und einige weitere Nachbar*innen möglich gemacht haben. Im Jahr 2013 wurde das Fest zum ersten Mal nach einer längeren Pause wieder auf die Beine gestellt und fand daraufhin im Abstand von zwei Jahren sowohl 2015 als auch 2017 wieder statt. Im Jahr 2019 kam es nicht zustande und die Corona-Pandemie ließ es auch im vergangenen Jahr auch nicht zu.

Heute wollen wir nicht über Corona reden.

sagt eine Anwohnerin der Glünderstraße und fängt an zu lächeln.

Auf der Bühne stimmt eine Person ihre Gitarre für den nächsten Auftritt, weiter vorne knattert das große Glücksrad. In der Menge stechen orangene Luftballons heraus, die vom Stand eines Nachhilfeinstitutes aufgeblasen und mit Informationen zu ihrer Arbeit beschriftet wurden. Hin und wieder fliegen Seifenblasen durch die Luft, denen einige Besucher*innen nachsehen. Auf dem Kinderkram-Flohmarkt stapeln sich verschiedene Bücher neben Kuscheltieren, Playmobil und Kinderschuhen. Unterschiedliche Stimmen und Gesprächsfetzen sind aus jeder Richtung zu vernehmen, zwischendurch hört man das Zischen der Gyrospfanne. Neben dieser auf dem Tisch steht eine Box für Spenden, durch die sich das nicht kommerzielle „Glünderfest“ finanziert.

Der Kinderkram-Flohmarkt (Foto: Katharina Gläser)

Die Gitarre ist gestimmt, das Mikrofon eingestellt. Lasse macht eine Ansage und kündigt den nächsten Auftritt an, dann wird Musik gespielt. Bis 22 Uhr gibt es an diesem sommerlichen Samstag noch Programm in der Glünderstraße. Auf dem Grill stapeln sich noch immer die Fleischspieße und auch der Crêpes-Maker ist noch voll im Einsatz. Trotz der heißen Temperaturen verausgaben sich die Kinder weiterhin auf der Hüpfburg und die Erwachsenen sitzen bei einem kalten Getränk zusammen. Viel zu erzählen haben sie sich weiterhin – wie gut, dass das „Glünderfest“ noch nicht vorbei ist!

Katharina Gläser

Katharina Gläser ist 19 Jahre alt und im Vorstand der JPN aktiv. Sie geht in den 13. Jahrgang und macht nächstes Jahr Abitur. Ihre Reportage ist im Rahmen des JPN-Seminars "Journalistisches Schreiben" vom 17. bis 19. Juni 2022 entstanden.

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