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Freiwilligenbörse trotz Hitze heiß begehrt

Die 9. Hannoversche Freiwilligenbörse im Kulturzentrum Pavillon findet erneut statt und soll Besucher*innen motivieren, ehrenamtlich aktiv zu werden.

Hannover. Hier findet die Freiwilligenbörse statt, dessen Veranstalter das Netzwerk Bürgermitwirkung in Zusammenarbeit mit der Stadt Hannover sind. Überall bewegen sich Menschen von jung bis alt, sie sind aktiv oder wollen es im Anschluss zur Veranstaltung eventuell werden. Von einem Tisch nimmt eine Frau einen Flyer, zwei junge Männer sitzen auf Campingstühlen vor einem Bildschirm, der Sport-Videos zeigt und viele Gäste nehmen fleißig an der Tombola teil oder drehen das in der Nähe stehende Glücksrad.

Auch Annette Reus, die von der Stadt für Engagementförderung angestellt ist, hat am Infostand ständig alle Hände voll zu tun. Sie berichtet von schätzungsweise 3000 bis 3500 Besucher*innen, die sich trotz des heißen Wetters und der aktuellen Covid Situation für die Messe entschieden haben, weshalb Reus vermutet, dass besonders Interessierte anwesend seien. Zumindest was die 90 anwesenden Initiativen angeht hat die Messe eine Hochzahl an teilnehmenden Initiativen erlangt, die mithelfen sollen neue Ehrenamtliche und Ideen zu finden.

Zahlreiche Infostände sorgen für regen Austausch. (Foto: Konstantin Klenke)

Vorteile, Probleme und Kritik

Einer der vielen errichteten Stände wird betrieben von der Naturfreundejugend, die alleine in Niedersachsen in mehreren Städten Standorte hat. Sophie Thomas vom Stand der Naturfreundejugend hat mit etwa 60 Gästen gesprochen und schätzt, dass ungefähr zehn von ihnen sich im Nachhinein bei ihnen anmelden. Die Problematik sei aktuell noch, dass es zwar viele Interessierte gäbe, aber ein Defizit an Ehrenamtlichen vorhanden sei. Dabei habe es ja einige Mehrwerte, die die nicht vorhandenen Löhne kompensieren könnten, wie praktische Erfahrungen, die man in keinem Studium bekäme. Außerdem sei es eine ideale Möglichkeit, um die Gesellschaft mitzugestalten. Kritisch fände Sophie Thomas es jedoch, wenn grundlegende staatliche Aufgaben in einem so wohlhabenden Land wie Deutschland, ehrenamtlich übernommen werden sollen.

Mit Vintage-Flair der Besserung näher

In derselben Halle befinden sich drei engagierte Frauen von Oxfam, welches 1942 in Großbritannien gegründet wurde und für „Oxford Committee for Famine Relief“ steht. Als Wohlfahrtsverband dient er als Hilfe zur Selbsthilfe in bedürftigen Ländern und setzt sich zum Beispiel in Form von Projekten und Campaigning für Gerechtigkeit ein. Brunnen bohren, Bildung für Mädchen fördern und faire Bezahlung sind nur einzelne Beispiele, die eine der drei Frauen erwähnt. Um solche Dinge finanzieren zu können gibt es in Deutschland sämtliche Oxfam Shops, für dessen Ableger in der Hannoverschen Einkaufsmeile bei der Messe ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht werden. Diese Shops sind Secondhand-Läden, die gespendete Produkte verkaufen. Von Mode bis Musik gibt es in ihnen einige Produkte, die einen Hauch von Vintage-Flair mit sich bringen.

Die Betreiber*innen von Messe und Ständen, wie Annette Reus oder die Ehrenamtlichen von Oxfam, räumen alles ab und lassen das Ereignis Revue passieren. Zahlreiche Ideen und Anregungen zur Interaktion wurde für die Gäste dargeboten, die beispielsweise zu der Kimono-Anprobe gehen konnten oder mit Pedalos von einer zur anderen Stelle fahren durften. Vielleicht erlangen die Austeller*innen durch einer dieser Anreize neue Ehrenamtliche und Aktive, die bereit sind zu helfen.

Sebastian Wimmer

Sebastian Wimmer ist 16 Jahre alt und befasst sich in seinen Texten bei der Schüler*innenzeitung und an anderen Orten am liebsten mit kulturellen Themen. Sein Text ist im Rahmen des JPN-Seminars "Journalistisches Schreiben" vom 17. bis 19. Juni 2022 entstanden.

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