Junge Presse Journal

Europaseminar in Brüssel – Ruhe vor dem Sturm?

Beim Europaseminar in Brüssel erkunden jedes Jahr Schülerzeitungsmachende und VolontärInnen die europäischen Institutionen. Sie werfen einen Blick hinter die Kulissen und befragen Entscheidungsträger.

Ein voll gestopftes dreitägiges EU-Programm erwartet unsere 24-köpfige JournalistInnengruppe aus VolontärInnen und JugendmedienmacherInnen in Brüssel. Wir sehen eindrucksvolle Gebäude, treffen auf PolitikerInnen, EU-MitarbeiterInnen und JournalistInnen und hören immer wieder besorgte Stimmen. Oft haben wir bei unserem Besuch das Gefühl, Europa befinde sich in der Ruhe vor dem Sturm.

„Europa braucht Gesichter“

Zunächst treffen wir in der niedersächsischen Landesvertretung Ruth Berschens, die Brüssel-Korrespondentin vom Handelsblatt. Sie stellt fest, dass die wenigsten Medien sich intensiv genug mit EU-Politik beschäftigen, weil die Vorgänge in Brüssel kompliziert sind und die meisten JournalistInnen Jahre brauchen, um sich richtig einzufinden. Daraus ergeben sich ein Informationsmangel und falsche Vorstellungen über die vermeintliche Bürokratie in der EU.

„Es wirkt, als greife die EU-Politik nur auf, was gedacht wird, aber denkt nicht vor.“

Tiemo Wölken (SPD)

Auch am nächsten Tag in der Europäischen Kommission sind wir oft mit Imageproblemen der EU konfrontiert:  „Europa braucht Gesichter“, stellt die Pressesprecherin von Jean-Claude Juncker, Mina Andreeva, fest. Es solle mehr EU-Begeisterte geben, die Präsenz zeigen und für die Wahl werben.
Zuletzt treffen wir den jungen EU-Parlametarier Tiemo Wölken (SPD). Er bemängelt: „Es wirkt, als greife die EU-Politik nur auf, was gedacht wird, aber denkt nicht vor.“

Kann Europa gestärkt aus der Krise hervorgehen?

Was wir auch von allen unseren GesprächspartnerInnen hören: Neben der Angst vor den Folgen des Brexits und dem aufkeimenden Populismus, blitzt immer auch die Hoffnung auf, dass Europa gestärkt aus der Krise hervorgehen wird. Hoffen wir, dass sich das bei der Wahl im kommenden Jahr bestätigt. Aber lest selbst über unsere Eindrücken aus Brüssel.

Ein Dank geht an unsere KooperationspartnerInnen: Die Vetretung der Europäischen Kommission in Berlin, das Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Deutschland und das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung.

Avatar

Swantje Petersen

Kommentar schreiben