Junge Presse Journal

Arsen und Spitzentexte

Wie entstehen gute Krimis und wie kämpft der Buchhandel gegen das nachlassende Interesse an Büchern? Damit haben wir uns im März beschäftigt –und uns selbst am Schreiben versucht.

An einem verregneten Freitagabend treffen elf vermummte Gestalten in einem abgelegenen Tagungshaus jenseits von Hannover ein. Nach einem reichhaltigen Abendessen im imposanten Speisesaal werden die Anwesenden in die Kunst des Mordes eingeführt. Schon wenige Stunden später wird das erste Opfer tot aufgefunden. Es handelt sich um eine fiktive Gräfin, einer Kurzgeschichte entsprungen…

Agatha Christie bezeichnete sich selbst als die erfolgreichste Serienmörderin seit Lucrezia Borgia, tötete rund 300 Personen – mit ihrer Schreibmaschine! Die „Queen of Crime“ schaffte es mit ihren Romanen zur meistgelesensten Autorin der Geschichte. Doch was ist das Geheimrezept der Kriminalliteratur? Und was macht das Genre derart erfolgreich? Das fanden wir beim Seminar „Wort und Totschlag“ der JPN heraus. Dazu wurden Gäste wie Volker Petri (Organisator Krimifest Hannover) sowie die Autorinnen Kathrin Hanke und Claudia Rimkus von den TeilnehmerInnen ins Kreuzverhör genommen.

Am Samstagabend dann waren wir noch beim berühmten Pferderennen von Ascot geladen – zumindest in der Fantasie. Doch dort stirbt der Jockey des Favoriten nach einem Unfall. Schnell wird klar, dass dem Pferd kurz vor dem Start eine Substanz gespritzt wurde, die den Unfall verursachte. Die Teilnehmenden hatten beim Krimidinner „Galopp in den Tod“ nun die Möglichkeit, ihre detektivischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Wer der Mörder war? Darüber legen wir an dieser Stelle lieber den Mantel des Schweigens…

Nach einer literarischen Zeitreise zu klassischen und modernen ErmittlerInnen wie Sherlock Holmes und Miss Marple hatten wir dann alle Indizien beisammen, um unseren eigenen Mord zu begehen. Zunächst erprobten wir die Waffe Bleistift bei mehreren Schreibübungen, bevor wir an unseren finalen Geschichten arbeiteten. Einige der Texte haben wir bei unserem letzten Atemzug mit Blut auf diese Seiten geschmiert. Ihr dürft gespannt sein…

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Silas Hintze

Geboren wurde ich 2000 in Lüneburg und lebe in der Kleinstadt Bad Salzdetfurth. Nach meinem Abitur im vergangenen Jahr arbeite ich mittlerweile als Redakteur und Moderator für den Radiosender Tonkuhle. Seit ich denken kann, schreibe ich Detektivgeschichten und Kriminalromane, mittlerweile auch kabarettistische Texte. Außerdem bin ich als Regisseur von Kurzfilmen und Hörspielen tätig. Neben einer Kriminalserie über das Verbrechergenie Professor Vincent van Berg produziere ich auch Historienhörspiele, für die ich unter anderem für den "Internationalen Hörspielpreis" des Leipziger Hörspielsommers nominiert wurde.

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