Junge Presse Journal

Neeeeeeeein! – Wie Menschen mit Hunden reden

Es ist wirklich unglaublich, wie sehr man ein Wort strecken und mit wie viel
Nachdruck man einsilbige Wörter brüllend belegen kann, einfach beeindruckend.
Diese Königsdisziplin der deutschen Sprache beherrschen vorrangig
Hundehalter*innen. Manche in besonderer Perfektion. Die kunstvolle Betonung des
Wortes „hier“ (in Hundehaltedeutsch in etwa „Hiiiiiiiiieeer“ gesprochen) lässt
allen Vorbeigehenden das Blut in den Adern gefrieren. Der Hund, der damit
angesprochen werden soll, scheint jedoch oft genau auf dieser Frequenz ganz
schlecht zu hören.

Teilweise erscheint es, dass Hunde in dieser Tonlage ausgerufene Wörter überhaupt nicht hören können. Dabei heißt es doch immer:

Die Hunde haben ja so ein gutes Gehör, die hören alles!

Pustekuchen. Trotzdem versucht Herrchen oder Frauchen es wieder und wieder. Nebenbei, wie gendert man Herrchen oder Frauchen eigentlich korrekt? Egal. Sagen wir einfach Mensch.

Mensch ist also der Meinung, wenn der Hund nicht auf die Kommandos hört, ist er wahrscheinlich einfach nur schwerhörig und hat ein langsames Gehirn. Die Konsequenz: Man erhebt die Stimme und spricht Wörter schön langsam aus. Quasi im Slow-Motion-Modus. Wie die Faultiere in Zoomania. Die gewählten Wörter sind je nach Dringlichkeit Aus, Nein, Hier – und als letzte Konsequenz der Name des Tieres. So kommt es, dass man als Spazierender regelmäßig neue Hundenamen lernt. Besonders kurios muss es in Los Angeles zugehen, denn dort tragen ja die Kinder der Promis bereits die hübschesten Eigenkreationen. Eines der beiden Kinder der Schauspielerin Shannyn Sossamon heißt Audio Science Clayton. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Dagegen klingt Rocket Valentin, Sohn von Robert Rodriguez, doch richtig spritzig.

Und tatsächlich sind die Hundenamen der Promis zum Teil interessant. Der Rapper 50 Cent benannte seinen Hund nach Oprah Winfrey. Dwayne Johnson ruft seinen Hund Brutus. Generell haben sich Doppelnamen bei Hunden jedoch nicht besonders durchgesetzt. Komisch, war das dem einen oder der anderen dann doch zu peinlich? Vielleicht aber auch zu unpraktisch, denn dann bekäme man den Namen nur mit Mühe auf Hundenäpfe, Leinen, und ich weiß nicht was geschrieben. Und der Name des hundeeigenen Instagramkanals wäre ja auch furchtbar lang.                                                                         

Haben Hunde eigentlich auch ein Recht am eigenen Bild? Wenn ja, gab es dann schon mal einen Prozess, weil der Anwalt eines Starhundes gegen seinen Besitzer geklagt hat? Wir erinnern uns: Schweine wurden im Mittelalter in mehreren Fällen verurteilt. Warum nicht auch mal anders herum?

Ich kann das ja mal recherchieren … oh ein süßes Hundevideo … oh noch eins …

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Alina Grinda

Alina Grinda wuchs mit einem Golden Retriever auf und gehört somit zur Kategorie "Hundemensch". Sie beherrscht die Aussprache des Wortes "Hiieer" übrigens ebenfalls.

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